Freiwillige Kompensation oder

Die Geschichte vom Gartenzaun

Ich fahre den Gartenzaun meines Nachbarn um (nicht das erste Mal!). Dann gehört es sich, sich zu entschuldigen und zu versuchen, in Zukunft nicht mehr in den Zaun zu fahren. Oder zumindest nicht mehr so oft. Das allein wird dem Nachbarn aber nicht genügen: Es ist gerecht, dass ich für seinen Schaden aufkomme, schließlich habe ich ihn ja verursacht.

 

Wenn wir durch unseren Lebensstil mehr klimaschädliche Gase ausstoßen als die Erde verträgt, dann schädigen wir Menschen, Tiere und Pflanzen - in der Gegenwart und in der Zukunft. Zum Beispiel Menschen, die durch die zunehmende Dürre in manchen Regionen Afrikas ihre Lebensgrundlage verlieren. Wie bei unserm Nachbarn ist der erste Schritt zu sagen: Tut mir leid - ich versuche, mein Verhalten zu ändern. Dazu gehören all die kleinen und großen Schritte wie Radl und Bus statt Auto, biologisch und regional Einkaufen, bei Renovierungen sich für eine klimafreundliche Heizung und Dämmung entscheiden usw. 

Aber wie geht´s weiter? Sollten wir nicht auch in diesem Fall versuchen, für den Schaden aufzukommen und nicht nur zu sagen, dass ich nächstes Jahr versuche, ein bisschen weniger Schaden anzurichten? Das wäre dann klimagerecht, für mein Verhalten Verantwortung zu übernehmen, nach dem Verursacherprinzip. Die Möglichkeit dazu haben wir durch die freiwillige CO2-Kompensation bei zertifizierten Organisationen. Durch meinen finanziellen Beitrag wird eine Maßnahme ermöglicht, durch die der weltweite CO2-Ausstoß verringert bzw. CO2 umgewandelt wird. Zum Beispiel ein Aufforstungsprojekt in Nicaragua oder klimafreundliche Öfen und Beleuchtungen in Afrika. Viele dieser Projekte, die strengen Regeln und Kontrollen unterliegen, helfen den Menschen vor Ort und dem Klima gleichermaßen.

Foto: JML

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